27 / 11 / 10

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Liebe Dein Symptom wie Dich selbst

23 / 11 / 10

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Wenn man anfängt, sich selbst nicht mehr über den Weg zu trauen, ist Obacht angebracht. Schuld sind natürlich nur die Stimmungsschwankungen, die alten Leiern. Aber irgendwie hänge ich auch an ihnen. Und das ist auch ein Problem, ich hänge in vielem zu lange, besonders in Emotionen, in guten wie in schlechten Tagen. Nicht zum ersten Mal erwäge ich medikamentös entgegenzusteuern, aber der Respekt vor einer möglichen positiven Veränderung ist hinderlich. Es ist ja nicht so, dass ich unerträglich unter meiner Emotionalität leide, im Gegenteil, um ehrlich zu sein. Trauer, Verzweiflung, Wut, sogar Hass und dann wieder Euphorie, Glücks- und Liebesgefühle, Triumph, das alles birgt Energie, wartet nur darauf genutzt und verschwendet zu werden, transformiert zu werden.

Die alte Leier, das alte Mantra. Es ist so entsetzlich schwer zu manchen Zeiten. Sich das in Erinnerung zu rufen, den Schalter zu betätigen, der den Mechanismus in mir freisetzt. Denn manchmal ist es in mir zu dunkel und ich finde ihn nicht gleich.

Und das sind die schlechten Tage.

22 / 11 / 10

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Ich fühle mich zur Zeit einfach ausgebrannt. Träume und Visionen erlischend und dem Rest des Lebens ausgeliefert, ihm dargebracht, jeden Tag ein kleines Stück. Das Leben, mein Leben frisst sich an meinen Träumen besinnungslos, einfach zu süß schmecken sie. Und wie groß sie sind, immer noch, ja. Mein Leben saugt das Blut meiner Wünsche und ich komme gar nicht mehr hinterher, mein Blut aufzufrischen. Mich erneuern. Es kostet Kraft. Lange schon weiß ich, dass es nur eines einzigen Schrittes bedarf, um die Dinge zu ändern, aber dann. Noch nagt der Zweifel hungrig an meinem Selbstbewusstsein: schaffe ich den Absprung und wie weit ist der Abgrund tatsächlich? Ich werde die andere Seite nicht sehen können, werde blind fliegen und vielleicht auch fallen.
Fallen, frei fallen. Und im freien Fall die Arme ausgebreitet und auf das vernebelte Plateau gesegelt und im weichesten Schoß des Seins gelandet, den die Zukunft mir entgegenbringen mag. Oder auch nicht.

Aufgewacht und beschlossen, dass ich nicht kann. Es geht auch darum aufzuhören, Schluss mit lustig, wir machen Ernst. Angerufen und gesagt: ich kann nicht. Das tat so gut.

Ein Funken.

naked flame, she stands with a naked flame

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Sleep comes like a drug


Ich mochte diesen Satz schon immer, voll an verheißungsvollen Untertönen, die von durchlebten Träumen und Abenteuern künden, wenn der Rausch des Schlafes vergangen sein wird.


Everyday the dreamers die
See what's on the other side

17 / 11 / 10

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In zweierlei Paar Augen gefallen, nacheinander, und nach Atem gerungen, nicht begreifend, dass es nicht einmal einen Atemzug braucht, um miteinander zu sein.

Sekundentod.


come on my selector

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i want to kill this killing wish

In meinem Kopf pocht es, jeden Abend. Das geht ein paar viele Abende zu lange schon, und langsam mache ich mir tatsächlich Gedanken darüber, ob es doch nicht nur an den Giften liegt, die ich abends zu mir nehme. Poison, schönes Wort eigentlich, nicht so harsch und direkt wie Gift, verführerisch eher, mit weichem s, derb auch. Gestern hatte ich zum ersten Mal den Gedanken zugelassen, dass ich vielleicht doch mal zum Arzt gehen sollte. Die Sache mit den Köpfen taucht schließlich nicht erst in meiner Generation auf. Vielleicht ist es auch nur ein Anklopfen meines ichs, das dieses Leben nicht mehr führen will, nicht so, nicht weiter so, nicht mehr dieser beschissene Job zu diesem beschissenen Gehalt.

Zu allem Überfluss bin ich gestern oder vorgestern Abend bei into the wild hängengeblieben, im Fernsehen. Fernsehen, ja, ich schaue vielleicht alle drei Wochen mal Fernsehen, und dann auch nur die Nachrichten oder die Nachrichten von vor 20 Jahren, in denen gerade die Alternative Liste die Koalition mit der Momper-SPD kündigt. Wegen gewaltsamer Hausbesetzer vs. Polizei Action in Friedrichshain. Renate Künast sieht aus, als hätte sie 3 Tage lang durchgekifft oder nicht geschlafen und trägt einen fürchterlichen "selbstgestalteten" Seidenschal, wie politisierte Frauen sie in jenen Tagen trugen. Möglicherweise sehe ich auch aus wie Renate Künast vor 20 Jahren. Ohne die toupierten blonden Haare. Und ohne Seidenschal.
Ich vermute, dass ich auch noch andere Sachen anschaue, nur erinnere ich mich nicht.

Jedenfalls habe ich into the wild tatsächlich bis zum Ende angeschaut und wusste nicht so recht, was ich von dem toten Anti-Streber halten sollte. Aussteigen, durchbrennen, einfach abhauen, sofort. Aber so ganz ohne Landkarte in die Wildnis, die doch nur ein Nationalpark ist, und aus Dummheit sich vom Tod holen zu lassen, ist wiederum nicht erwünscht.

Trotzdem...

well, i believe in peace, bitch

12 / 11 / 10

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pass auf dich auf.

Frauen pflegen das zu sagen. Sie sagen das natürlich nicht zu jedem, zumindest aber zu mir. Rührend, diese Anwandlung an fürsorglicher Mütterlichkeit.

Wenn ich allerdings Männer in meinem Alter erlebe, die nicht auf sich aufpassen sollen, kommt mir in der Regel das Kotzen. Männer in meinem Alter sind generell feiste, phantasielose Langweiler, mit denen ich nicht sprechen möchte. Das ist ein großes Problem, zumindest im Job, da ist es wirklich ein Problem, vor allem wenn es nach "oben" gehen soll. Kein Aufstieg ohne gegenseitiges auf die Schulterklopfen, auch wenn der xy-chromosonige gegenüber der größte Dummschwätzer ist. Bisschen über Puff-Erlebnisse plaudern und dabei lügen, dass sich der Balken biegt. Ich war übrigens immer noch nicht in einem. Bisschen vom Leder ziehen halt und beim gemeinschaftlichen Pissen das nächste Projekt klarmachen. So läuft das unter Männern. Geradeaus, das Pedal durchgetreten, bis es in der Kurve kracht. Und wenn schon, der Ersatz steht bereit, kein Ding, der ist eh besser. Feistes Männerlachen.

pass auf dich auf.

Ich sehe fertig aus, aber weißt du, das liegt einfach nur daran, dass diese ganze Erwerbstätigkeitsscheiße nicht das ist, was mich erfüllt. Ich tue das nur, um zu überleben. Arbeit ist wider den Menschen. Arbeit macht aus Menschen phantasielose feiste Monster, Arbeit macht aus Kindern Erwachsene, deren Erinnerungen an die kindliche Phantasie gegen ein geregeltes Einkommen eingetauscht worden sind. Und je höher das Einkommen sein soll, um so mehr Erinnerung muss geopfert werden. Das ist der Preis für Erfolg und für Macht.

Ich frage mich, wie jemand wie Kafka es fertiggebracht hat, am Tage zu arbeiten und in der Nacht zu schreiben. Vielleicht aber ist es ihm auch nur gelungen sich zu erinnern.

pass auf dich auf.

Küss mich, Phantasie.

01 / 10 / 10

Stereotypenroutine

Ja, manches ändert sich doch, vor schätzungsweise vier Jahren bin ich in diese Wohnung gezogen und schrieb über den Fettwind und einen alten Mann, von dem nur noch Erinnerungen und ein siebenarmiger Leuchter übrig sind. Und Bilder und zwei Trompeten, auf denen ich nicht spielen kann. Der Fettwind lebt immer noch und mittlerweile hänge ich sogar ein wenig an ihm, immerhin begrüßt er mich Tag für Tag, wenn ich das Haus verlasse und wartet geduldig wie meine Hündin auf meine Rückkehr, acht Stunden später.

Der Fettwind wird umziehen, so heißt es, und mit ihm werden die twentyfourseven-HartzVier-Bierjunkies gehen, deren lautes Gellen ich so oft in den Sommernächten verfluche. Aber wir werden uns wiedererkennen, so wie wir es jetzt schon tun, im Ekel-Penny in der Prenzlauer oder im traumhaften Kaisers in der Wins. Ja, heute sah ich dort einen von ihnen, ich wunderte mich erst, dass der Kaisers das bierschwitzende Fettgesicht überhaupt in sich eindringen ließ, doch Fett ist schlau, Fett bringt Pfand und bekommt Geld.

Einkaufen in Supermärkten ist immer noch eine meiner liebsten Freizeitaktivitäten, Leuten beim Einkaufen zuzuschauen ist eine großartige Sache, und es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr das Schwarzbrot mit den rotgefärbten Haaren auf dem size zero Körper harmoniert oder die Hähnchenschenkelpfanne sich wohlig unter der breiten Achsel des Schnauzbartes verzehrt.
Du bist, was du ist, oder so.

13 / 06 / 10

stand still

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Zuletzt aktualisiert: August 19, 00:10

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