24 / 12 / 09

Dispersion

Stunden zerinnen wie der dickflüssige Senf aus der Drücktube in den Händen des Imbissmädchens, dem die Tube viel zu dick. Sie schafft es nicht, sie mit ihrer Hand zu umfassen. Trotzdem kleckst der Senf auf das Fleisch. Dispersionsfarbe.

Stunden zerinnen, in denen ich abermals Take 4 höre und dann wieder Take 6 und dann wieder Take 1, ich weiß ja schon gar nicht mehr, wo mir die Ohren stehen vor lauter Arpeggios und Pluckereien, die monstergleich aus den Boxen strömen und mich einlullen und mir die Erinnerung an die Zukunft rauben, die Erinnerung an einen Plan. Your mother should know. Ich schalte von Musik zu Musik, alles nur noch random, alles nur noch beliebig und der verlockenden Macht des Zufalls unterworfen, den wir uns alle ja immer so gerne einreden, wenn die Erklärungen bocken wie die süßen Esel hinterm Zaun auf Inishboffin.

Irgendetwas passiert und ich lasse mich mitziehen, I am the eggman, I am the walrus, lasse mich mitziehen von etwas, das ich nicht kontrollieren kann. Konnte ich je etwas kontrollieren.

Asien ruft. Das Projekt verselbstständigt sich und übernimmt die Führung und lässt mich zurück in der Rolle des Zuschauers. Ich kann nur noch danke sagen und mich freuen wie der kleine Junge auf dem Foto, der Seifenblasen erschafft und sie ohne zu trauern platzen lässt, weil ihm gewiss ist, dass er unendlich viele erschaffen kann.


22 / 12 / 09

radio affair

Schnee. Mein Radio, das in der Küche, läuft Tag und Nacht. Ich erinnere mich nicht mehr, wann ich es das letzte Mal angeschaltet habe. Mein Radio ist kein lautes, es ist auch kein schönes, aber es ist, wie es ist. Und kann ich es etwa deswegen ausschalten? Ich habe mich daran gewöhnt, habe mich an das bunte Säuseln in der Küche gewöhnt, das sich Stunde um Stunde über die vergilbten Wände meiner Wohnung legt und ab und wann mir zuzwinkernd meine Ohrläppchen küsst.

13 / 12 / 09

...

bad blood for everybody

26 / 11 / 09

...



be good to yourself
be good to your heart

22 / 11 / 09

Damaskus

Ich möchte in Damaskus sein, aber warum. Ich habe auch noch nie ein Foto von Damaskus gesehen, stattdessen mal eine öffentlich-rechtliche Reportage über Studenten, die amerikanisch lesen und trinken. Vielleicht ist es nur ein Wort, das gefällt, weil es nach Orient klingt, nach Bazaaren und Suqs, Tee und Räucherwaren, nach Stoffen, gelb, blau und grün durchwirkt, nach Tabak und nach Kaffee. Weil es nach braunen Augen klingt und nach köstlich verbotenem schmeckt, wenn ich es über meine Lippen bringe. In Damaskus werde ich in einem schäbigen Hotel oder einem heruntergekommenen Apartement unterkriechen, in dem es gelb, braun und grün an den Wänden blättert und mein Mikrofon aus dem Fenster baumeln lassen, den ganzen Tag, die ganzen Nächte, die ganze Zeit. Es wird keine Uhrzeit geben, nicht für mich. Ich werde nur Auge und Ohr sein. Und kein einziges Wort.

Ein Traum. Das Aussprechen eines Traumes kann ihn zerstören und nur die wenigsten von ihnen überleben den Gang über die Zunge. Und vielleicht sind es gerade die unter ihnen, die dem Wort standhalten, die durch das Aussprechen nur noch machtvoller werden und gelebt werden wollen.

17 / 11 / 09

...

Wenn Liebe loslassen bedeutet.

12 / 11 / 09

weiter

Ich kann nicht anders. Meine Zeit ist abgelaufen. Ich kann nicht mehr. Ich gehöre Euch nicht mehr, ich gehöre Dir nicht mehr, ich gehöre niemandem. Was Ihr alle nicht wisst (außer Dir): ich habe mir in der Zwischenzeit eine unsagbar große Hintertür gebastelt, mit einer Klinke aus dem magnetischstem Material, das mir zur Verfügung steht: Stolz, gepaart mit Eitelkeit und Egoismus. Und möglicherweise sogar mit gesundem Menschenverstand. Der mich davor schützt Dir zu verfallen, der mich davor bewahrt, in Eurer Mitte zu verharren, Mitte, die es niemals gab, Mitte, die ich mir eingebildet habe, weil ich nach Anerkennung dürste.

In drei Monaten werde ich an den Fransen des roten Teppichs schnuppern und wissen, wie es sich anfühlt nach den Sternen zu tasten. Ein kleines bisschen famous for fifteen minutes, ein Lebenstraum, den ich mir schon jetzt erfüllt habe. Das Gefühl, zu wissen etwas geschaffen zu haben. Und wenn es nur ein paar Minuten auf einer Leinwand in einem Saal voller Idioten sind, ich werde mit mir im Reinen sein, ich werde mich freuen, ich werde glücklich sein.
Einfach glücklich.

Sehnsucht des Kindes in mir.

Ich habe keinen blassen Schimmer, ob es richtig ist, was ich tue. Nun aber: Du sagtest: Was immer es auch ist, tue es. Und Du sagtest: Wenn man etwas wirklich will, muss man es tun.

Ich fange an mich daran zu halten.



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Zuletzt aktualisiert: August 19, 00:10

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