Ich habe den Login zu meinem Zweitblog vergessen. Dummerweise auch die Identität dazu, an deren Email-Adresse das Passwort oder der link oder der wasweißich gesendet werden kann. Nun habe ich also diesen gewissen Zweitblog, den ich sehr gerne hab. Manchmal habe ich ihn lieber als diesen hier, diesen geschundenen und wieder und wieder gestutzten und gelifteten, alternden mehr oder weniger eigenwillig beschriebenen Körper. Aber wie das so ist, auch die schönsten Falten erscheinen manchmal nur als störend, nicht mehr und nicht weniger. Und dann habe ich schon gar keine Lust mehr, meinen eigenen Geheimnissen auf die Schliche zu kommen und verliere mich lieber in der Fassade des anderen Körpers und würde so gerne wieder in ihn eindringen, doch ich habe vergessen, wie es geht.
Das ist dann auch ein sich im Kreise drehen, ewiges, kreisend halt. Soviel Kreide gibt es gar nicht. Und deshalb, wie gelenkt, den Stein ins Rollen gebracht, ihn durch die tiefste Mulde den Abhang hinaufgejagt, bis er im Zenit stockend zu Boden fällt.
Und auseinander bricht und den Kern freilegt, den eigentlichen, über Jahre im Granit der unterdrückten Sehnsüchte eingeschweißten Kern. Und dann kommen die Perlensammler und machen was schönes draus.
Wenn man anfängt, sich selbst nicht mehr über den Weg zu trauen, ist Obacht angebracht. Schuld sind natürlich nur die Stimmungsschwankungen, die alten Leiern. Aber irgendwie hänge ich auch an ihnen. Und das ist auch ein Problem, ich hänge in vielem zu lange, besonders in Emotionen, in guten wie in schlechten Tagen. Nicht zum ersten Mal erwäge ich medikamentös entgegenzusteuern, aber der Respekt vor einer möglichen positiven Veränderung ist hinderlich. Es ist ja nicht so, dass ich unerträglich unter meiner Emotionalität leide, im Gegenteil, um ehrlich zu sein. Trauer, Verzweiflung, Wut, sogar Hass und dann wieder Euphorie, Glücks- und Liebesgefühle, Triumph, das alles birgt Energie, wartet nur darauf genutzt und verschwendet zu werden, transformiert zu werden.
Die alte Leier, das alte Mantra. Es ist so entsetzlich schwer zu manchen Zeiten. Sich das in Erinnerung zu rufen, den Schalter zu betätigen, der den Mechanismus in mir freisetzt. Denn manchmal ist es in mir zu dunkel und ich finde ihn nicht gleich.