19 / 02 / 07

Spülen nicht vergessen!




Das schöne am alt werden wiederum ist, ich werde nicht müde es zu wiederholen, ich kann gar nicht anders, als es altersdement zu wiederholen, dass sich die Lage an sich mehr und mehr entspannt.

Fleißig öffnet man Päckchen für Päckchen, durchlebt unentwegt Kindheit und Jugend und wiederkäut die harten Brocken, bis sie verdaulich sind. Nähere Einzelheiten über den Vorgang des Verdauens sind sicher bekannt, nur soviel: am Ende wartet die Spülschnur.

Ich kann nur dazu ermuntern. Kauen Sie, bis es Ihnen aus den Ohren quillt und wiederholen Sie sich solange, bis Sie Ihrer gegorenen Hirngrütze überdrüssig sind und befreit die Spülung tätigen können.

Es lohnt sich.
Nur zu.




deceptikon - treeghost

Das Grauen, tight


"In ganz Berlin gibt es an diesem Abend nur eine Kneipe, in der (ausgerechnet) U2 gespielt wird, und (ausgerechnet) wir haben sie gefunden."

Deprimierend.

Ganz genau. Treffender lässt sich der Abend nicht zusammenfassen. Big Spender und sie und ich hängen auf Barhockern wie jedes Mal in den 80ern und auch in den 90ern fest und samplen uns unsere Musiksozialisation zurecht, rufen in Erinnerung, was uns hat alt werden lassen.
Keiner von uns versteht, warum wir nicht verstehen, was an den Decemberists oder den Arctic Monkeys oder auch Beirut so toll ist, das einzige was wir verstehen ist, dass wir nicht mehr mitkommen. Dankbar für die zwei Pixiesliedchen bestellen wir noch mal Scotch, Bier und Black Sabbath und bekommen das Grauen, direkt an den Tisch. Sabbat ohne Ozzy, dafür mit Ronnie James Dio, Sabbat mit Dio klingen ungefähr wie die letzten 100 Iron Maiden-Platten.
Deprimierend.
Sind wir so alt geworden?
Deprimierend.
Sie zum Beispiel kauft sich Anfang des Jahres die gängigen Musikzeitschriften, um wenigstens über die vierzig besten Platten des letzen Jahres informiert zu sein. Nicht die schlechteste Taktik, um dem Zahn der Zeit ein Schnippchen zu schlagen. Am Ende verlässt sie sich dann doch lieber auf Jarvis Cocker, der muss es ja wissen.
Ich habe keine Ahnung, warum man irgendwann nicht mehr mitkommt. In den letzen fünf Jahren haben mich nicht nur die Strokes und Phoenix vom Hocker gerissen, aber fast alles andere gabs schon mal. Und die Strokes, naja, die sind halt cool, auch wenn es sie schon mal ein bisschen gegeben hat.
Deprimierend.
Im Sommer werde ich ein Jahr älter. Im Sommer kommen Police nach Deutschland. Original, alle drei. Und ich werde nicht der älteste sein. Definitiv nicht.

Aber Copeland spielt so geil tight Schlagzeug.

Tight.

T-I-G-H-T

Big Spender und ich wollen mal wieder einen Proberaum suchen. Wir sind betrunken.

♪ jewel cases ♪




Sonic Youth
Sonic Nurse



Tim Hecker
Radio Amor


Throwing Muses
The Real Ramona


Sonic Youth
Dirty

°

und auf ihrer seite
ein mehr als blinder schiedsrichter, gegen Ö genauso...
weirdsista - Juni 21, 17:49
pogrome 2.0
pogrome 2.0
Nilla - Juni 9, 13:19
Trost ist glücklicherweise...
Trost ist glücklicherweise auch nicht angebracht....
pollon - Februar 29, 00:58
Willkommen im Club!
Ich kenne diese Zustände nur zu gut! Tröstliches...
Randolph Carter - Februar 29, 00:36
Und deshalb eben besser...
Und deshalb eben besser nicht... Es gibt immer auch...
FrauH. (anonym) - Februar 24, 13:42
Ja, den Sampler habe...
Ja, den Sampler habe ich auch vermutet, nicht alles...
pollon - Februar 20, 21:58
neben dem keyboard
fehlte es (zumindest in Hamburg) auch an Dynamik. Vieles...
klar.text - Februar 20, 14:57

?

pollon_@gmx.net


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