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22 / 11 / 09

Damaskus

Ich möchte in Damaskus sein, aber warum. Ich habe auch noch nie ein Foto von Damaskus gesehen, stattdessen mal eine öffentlich-rechtliche Reportage über Studenten, die amerikanisch lesen und trinken. Vielleicht ist es nur ein Wort, das gefällt, weil es nach Orient klingt, nach Bazaaren und Suqs, Tee und Räucherwaren, nach Stoffen, gelb, blau und grün durchwirkt, nach Tabak und nach Kaffee. Weil es nach braunen Augen klingt und nach köstlich verbotenem schmeckt, wenn ich es über meine Lippen bringe. In Damaskus werde ich in einem schäbigen Hotel oder einem heruntergekommenen Apartement unterkriechen, in dem es gelb, braun und grün an den Wänden blättert und mein Mikrofon aus dem Fenster baumeln lassen, den ganzen Tag, die ganzen Nächte, die ganze Zeit. Es wird keine Uhrzeit geben, nicht für mich. Ich werde nur Auge und Ohr sein. Und kein einziges Wort.

Ein Traum. Das Aussprechen eines Traumes kann ihn zerstören und nur die wenigsten von ihnen überleben den Gang über die Zunge. Und vielleicht sind es gerade die unter ihnen, die dem Wort standhalten, die durch das Aussprechen nur noch machtvoller werden und endlich gelebt werden wollen.

17 / 11 / 09

...

Wenn Liebe loslassen bedeutet.

12 / 11 / 09

weiter

Ich kann nicht anders. Meine Zeit ist abgelaufen. Ich kann nicht mehr. Ich gehöre Euch nicht mehr, ich gehöre Dir nicht mehr, ich gehöre niemandem. Was Ihr alle nicht wisst (außer Dir): ich habe mir in der Zwischenzeit eine unsagbar große Hintertür gebastelt, mit einer Klinke aus dem magnetischstem Material, das mir zur Verfügung steht: Stolz, gepaart mit Eitelkeit und Egoismus. Und möglicherweise sogar mit gesundem Menschenverstand. Der mich davor schützt Dir zu verfallen, der mich davor bewahrt, in Eurer Mitte zu verharren, Mitte, die es niemals gab, Mitte, die ich mir eingebildet habe, weil ich nach Anerkennung dürste.

In drei Monaten werde ich an den Fransen des roten Teppichs schnuppern und wissen, wie es sich anfühlt nach den Sternen zu tasten. Ein kleines bisschen famous for fifteen minutes, ein Lebenstraum, den ich mir schon jetzt erfüllt habe. Das Gefühl, zu wissen etwas geschaffen zu haben. Und wenn es nur ein paar Minuten auf einer Leinwand in einem Saal voller Idioten sind, ich werde mit mir im Reinen sein, ich werde mich freuen, ich werde glücklich sein.
Einfach glücklich.

Sehnsucht des Kindes in mir.

Ich habe keinen blassen Schimmer, ob es richtig ist, was ich tue. Nun aber: Du sagtest: Was immer es auch ist, tue es. Und Du sagtest: Wenn man etwas wirklich will, muss man es tun.

Ich fange an mich daran zu halten.



new order - get ready

10 / 11 / 09

...




Kick it!

...

Ich könnte mich auch einfach umbringen. Peng Peng Peng, aber dazu fehlt mir das Equipment. Also kotzen stattdessen, bis der Werauchimmer kommt. Ich habe keine Ahnung, was ich in den letzten drei Monaten getan habe, sicher ist aber, dass ich mich sehr darum bemüht habe, mir mein Herz brechen zu lassen. Möglicherweise war ichs auch selbst, es gehören ja immer zwei dazu. Vorhang auf für Selbstmitleid, Opus xxx.

Lieber Freund, der Du nicht bist, ich werde Dir diese Zigarettenlänge nie vergessen, in der Du mir die Augen für das jetzt geöffnet hast. Und vielleicht werde ich Dir diese fünf Minuten Irgendwann einmal zurückgeben können, aber es wird nicht morgen und auch nicht in den nächsten sechs Wochen sein, aber trotzdem. Ich wünsche Dir, dass Dein Glaube Berge versetzen wird. Und ich wünsche Dir, dass Du glauben kannst, irgendwann einmal.

Ich bin an einem Wendepunkt angelangt, ich habe die Kreuzung erreicht, an der ich mich entscheiden muss. Ich habe viele Entscheidungen getroffen in diesem Jahr und nicht jede von ihnen war eine richtige. Und auch nicht eine falsche. Wir wissen nicht, was richtig und was falsch ist, wir versuchen doch einfach nur irgendwie zu leben und wissen gar nicht, wie das geht.

Liebe Freundin, die Du nicht bist, ich werde Dich vermissen dann. Einfach so, ich mag Dich halt. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich brauche was neues, ich brauche eine neue Maschine, der ich mich ausliefern und unterwerfen kann. Ich brauche neue Gesichter und eine neue Sprache. Ich brauche einen neuen Körper. Ich brauche neue Nahrung. Ich brauche etwas neues, das ich benutzen kann, das mich benutzen kann.

Where'd you put the keys girl.

...



I think it's perfectly clear
We're in the the wrong band

Maybe she's right

20 / 09 / 09

bad moon rising

Mal die Augen zu und durch und nicht zurückgeguckt ins Ungewisse reingefallen. Das wird sicher lustig, das hätte ich schon so längst tun sollen.

Aber Du: über Dir zerbricht mein Kopf, was solls, es wird nicht passieren, was passieren soll, wird passieren, bis später dann. Ich werde Dich vermissen. Scheiße.
Escape, wie passend.

13 / 09 / 09

container love



Und schwuppdiwupp werden Augen groß und größer und leuchten den ganzen vermaledeiten Zigarettenrest runter, bis sich kollektiv erhoben und hereinspaziert wird, als wäre nie ein Wort gefallen.
Als wäre nie ein Blick gewesen, nie verstohlen Hüften und Beine taxiert und von Schläfen- bis Nackenhärchen jedes einzelne Haar sie will mich, sie will mich nicht gezählt. Aber wer hat bloß den Pfeil verschossen, der mich vergiftet, und sag doch mal, was wäre wenn, und wenn es wär, wo bekomme ich dann ein Gegengift her.

sy - poison arrow

911 deconstruction kit

sind wir nicht alle ein bisschen ground zero.

Jedoch: mir fällt es erst zwei Tage später auf. Das ist ein Fortschritt.




© Thomas Hoepker

04 / 09 / 09

blau



see the world through my dirty lonely mixed up mind


Ist das nicht Verschwendung? sagt sie.

Ich wünschte, ich könnte das auch so sehen, Mädchen. Stattdessen schaue ich mir abermals den Klassiker Herz fickt Kopf an und bilde mir wie immer ein nicht zu wissen, wer am Ende unten liegen wird. Wäre ja auch langweilig sonst, schließlich möchte ich das blaue Wunder nicht verpassen.

pollon_@gmx.net