Stereotypenroutine

Ja, manches ändert sich doch, vor schätzungsweise vier Jahren bin ich in diese Wohnung gezogen und schrieb über den Fettwind und einen alten Mann, von dem nur noch Erinnerungen und ein siebenarmiger Leuchter übrig sind. Und Bilder und zwei Trompeten, auf denen ich nicht spielen kann. Der Fettwind lebt immer noch und mittlerweile hänge ich sogar ein wenig an ihm, immerhin begrüßt er mich Tag für Tag, wenn ich das Haus verlasse und wartet geduldig wie meine Hündin auf meine Rückkehr, acht Stunden später.

Der Fettwind wird umziehen, so heißt es, und mit ihm werden die twentyfourseven-HartzVier-Bierjunkies gehen, deren lautes Gellen ich so oft in den Sommernächten verfluche. Aber wir werden uns wiedererkennen, so wie wir es jetzt schon tun, im Ekel-Penny in der Prenzlauer oder im traumhaften Kaisers in der Wins. Ja, heute sah ich dort einen von ihnen, ich wunderte mich erst, dass der Kaisers das bierschwitzende Fettgesicht überhaupt in sich eindringen ließ, doch Fett ist schlau, Fett bringt Pfand und bekommt Geld.

Einkaufen in Supermärkten ist immer noch eine meiner liebsten Freizeitaktivitäten, Leuten beim Einkaufen zuzuschauen ist eine großartige Sache, und es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr das Schwarzbrot mit den rotgefärbten Haaren auf dem size zero Körper harmoniert oder die Hähnchenschenkelpfanne sich wohlig unter der breiten Achsel des Schnauzbartes verzehrt.
Du bist, was du ist, oder so.

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Zuletzt aktualisiert: August 19, 00:10

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building buildings
everything in its right place
forget everything and remember
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