22 / 11 / 09

Damaskus

Ich möchte in Damaskus sein, aber warum. Ich habe auch noch nie ein Foto von Damaskus gesehen, stattdessen mal eine öffentlich-rechtliche Reportage über Studenten, die amerikanisch lesen und trinken. Vielleicht ist es nur ein Wort, das gefällt, weil es nach Orient klingt, nach Bazaaren und Suqs, Tee und Räucherwaren, nach Stoffen, gelb, blau und grün durchwirkt, nach Tabak und nach Kaffee. Weil es nach braunen Augen klingt und nach köstlich verbotenem schmeckt, wenn ich es über meine Lippen bringe. In Damaskus werde ich in einem schäbigen Hotel oder einem heruntergekommenen Apartement unterkriechen, in dem es gelb, braun und grün an den Wänden blättert und mein Mikrofon aus dem Fenster baumeln lassen, den ganzen Tag, die ganzen Nächte, die ganze Zeit. Es wird keine Uhrzeit geben, nicht für mich. Ich werde nur Auge und Ohr sein. Und kein einziges Wort.

Ein Traum. Das Aussprechen eines Traumes kann ihn zerstören und nur die wenigsten von ihnen überleben den Gang über die Zunge. Und vielleicht sind es gerade die unter ihnen, die dem Wort standhalten, die durch das Aussprechen nur noch machtvoller werden und gelebt werden wollen.

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Online seit 6793 Tagen
Zuletzt aktualisiert: August 19, 00:10

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building buildings
everything in its right place
forget everything and remember
girl boy
nothing
offbeat
speed of sound
streets
the village
time, it's time
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