unter tage

29 / 11 / 07

zerstören - erschaffen

Stop!

Ich koste zuviel.

Nein!

Wer hätte gedacht, dass ein Nein! so befriedigend sein kann. Ich bin nicht befriedigt, aber ich fasse einen Entschluss. Kennen Sie die Holzkugeln im minority report, auf denen der Name des Mörders zu lesen ist. Meine Kugel rollt, angetrieben nur durch den Entschluss zu brechen, zu zerstören, zu töten. Ich laufe Amok, möchte mein altes Leben töten, das nicht mein altes ist, denn ich habe nur ein Leben, das ich nicht zerstören kann.
So schaue ich der Holzkugel zu, wie sie sich durch meinen Kopf und mein Herz frisst, von Erinnerungen zehrt, sich von Erfolgserlebnissen und Verletzungen nährt und warte auf den Namen des Mörders, der mir eine neue Existenz verleiht und weiß doch, dass ich es bin. Wer soll es sonst tun.

zerstören - erschaffen

Es ist Zeit zu gehen, es ist immer Zeit, es ist nie zu spät. Ich brauche euch nicht, nicht eure Scheinheiligkeit und wohlgesonnenen Mienen. Ich bin raus, spart euch euer Geld, ich verlasse das sinkende Schiff.

Die besten gehen von selbst, nicht?


r.e.m. - the finest worksong

27 / 06 / 07

not the man next door

(Lieber Nachbar)
Auf der Treppe stürzst Du hoch, stockst, fragst. Warum fragst Du, wenn Du was zu sagen hast, rede nicht nur so, wenn Du Fragen hast. Bist Du schüchtern, so wie ich, weil Du siehst und hören kannst, Deine Augen sind neugierig, Deine Augen machen Fotos, auch ohne Kamera, sie alle lieben Deine Augen. Und die Wände sind dünn in unserem Haus, wir alle wissen das, dazu braucht es nicht mal Schüsse.
Alles ist ok, tatsächlich geht es mir gut, Du siehst es nur nicht, Du kennst mich nicht.


massive attack - man next door

15 / 05 / 07

Rot


Wenn ich aus dem Fenster schaue, kann ich über die halbe Stadt gucken, theoretisch. Ich guck einfach raus und sehe den Horizont, oben blau, grau oder weiß, unten braun, grau oder grün. Rot auch, unbedingt. Ein Ausblick ohne rot ist kein Ausblick, rot ist so geil.
Ich trage nur selten rot, nur zu schwarz, das sei ein Zeichen von Aggressivität, rot und schwarz, heißt es, nun gut, kann auch nicht schaden, als Pubertierender habe ich oft rot und schwarz getragen, hat mir auch nicht geschadet.
Meine Chefin liebt rot, an Krisentagen ziehe ich einen engen roten Pulli an, weil die Kleiderordnung wichtiger als die fachliche Qualifikation ist, wenn überhaupt vorhanden. Ziehen Sie bei einem Bewerbungsgespräch übrigens nie etwas rotes an, denken Sie nicht einmal dran, zumindest nicht, wenn Sie ein Mann sind. Für Männer gilt: karierte Hemden betonen den devoten Charakter, mit dem sich einiges anstellen lässt, gestreifte Hemden unterstreichen sowas wie Kreativität und suggerieren Bereitschaft zur Eigeninitiative.
Wenn ich aus dem Fenster schaue, kann ich den Horizont sehen, manchmal überlege ich, welche Farbe er hat.


arab strap - the red thread

08 / 05 / 07

Metroschmerzen


ich weiß jetzt auch wie es ist, wenn sich ein Stiletto in den Zeh bohrt. Ist nicht so geil. Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln sind scheiße, Menschen sind im allgemeinen eher nichts besonderes.

17 / 04 / 07

Zweitleben


Nein, ich habe noch keinen Account bei Second Life, erst muss mir die absolute überaus einhunderprozentige Geldvermehrungsidee einfallen, die es bei Second Life dann umzusetzen gilt. Erst dann.
Denn diese Hessin mit dem halben chinesischen Namen hat inzwischen schon ne Million erwirtschaftet und das nur durch den Handel mit virtuellen Grundstücken im Second Life, die sie kinderleicht mt diesem Java-Tool gebastelt hat, mit dem bei Second Life einfach alles geht. Und die Million ist real. -R-E-A-L-.
Drogenhandel fällt schon mal aus, wie soll das auch gehen, so virtuell und unreal. Nahrung braucht im Second Life anscheinend auch keiner, fällt auch aus. Was brauchen die da überhaupt? MTV, die Bild, adidas, der ganze r-e-a-l-e Schmutz verdient gut im Second Life, warum dann nicht also auch ich? Hmmhmmmhmmmhmm. Oh, brauche neue Samba, mein rechter Schuh löst sich langsam auf. Hello adidas, this is for real. Bitte in weiß mit grünen Streifen.

Einen Zweitblog habe ich übrigens auch immer noch nicht, wie soll das auch gehen, wenn ich gar keine virtuellen Bedürfnisse mehr habe. An sich eine ähnliche Problematik wie im Second Life, weder dort noch im Zweitblog wüsste ich was anzufangen.

Real sieht das ganz anders aus. Real gleicht meine reale Zweitlebenexistenz der eines Plagiates eines mittelmässigen Dostojewski-Slackers. In meinem Zweitleben bin ich zwecks Geldvermehrung oder eher Gelderhaltung an fünf Tagen in der Woche unterwegs in diplomatischer Mission, und es wird immer schlimmer.
Um mich herum ist Krieg, um mich herum werden KönigINNeN gestürzt und gemacht und so langsam verstricke ich mich immer tiefer in einem neoliberal geschwängerten Ränkespiel, dessen Ausgang mir mehr und mehr vollkommen gleichgültig wird. Solange mir nicht auch im Postkasten ein Briefchen entgegenspringt, in dem ohne Angaben von Gründen und so weiter. Weil, Sie wissen schon, Übernahme und so. Da wird dann erstmal eingespart. Zeit, das menschliche Null-Kapital zu entsorgen. Human Resources zurechtstutzen.
Arbeiten saugt. Ich sage es euch: Spielt Glücksspirale oder Second Life, aber geht bloß nicht arbeiten.
Und immerhin habe ich noch ein formidables Erstleben, zwar nur morgens, abends und nachts, aber immerhin. Zum Wohl.

21 / 02 / 07

Camouflage


Nun, der Maskenball ist over und ich gehe kopflos durch das Gras, um mein Gesicht wiederzufinden, das ich heute irgendwann unterwegs verloren hatte. Jeder Schritt eine Faser, jeder Atemzug eine Pore. Der Wind schminkt mich gnadenlos ab, verweht die Verkrustungen meiner bröselnden Maske im sternenlosen Dunkel der Nacht.
Gehen ist Atmen, und mein Gang ist schnell. Eingehen, ausgehen und weitergehen. Ich atme mich noch um den Verstand, offenes Visier, im Schutze der Dunkelheit.
Wäre es immer dunkel, bräuchten wir dann noch Masken?

Und dabei war es gar nicht so schlimm. Reibungsloser Ablauf, alles in allem. Freundlichkeiten hier, Aufmerksamkeiten da, ob echt oder falsch, was macht das schon für einen Unterschied. Hauptsache, das Make-Up sitzt. Diese Kongresstage sind wie Kabarett, und ich kann Kabarett nicht ausstehen. Daher wohl meine schlechte Laune in the morning. Aber nun, meine Beine sind schwer, so wohlig schwer, schlafmohnig schwer, nun kuscheln meine angeschwollenen Füße in heißem Wasser und erzählen sich ganz aufgekratzt Gute-Nacht-Geschichten und träumen schon beinahe fahrlässig von neuer Leichtfüßigkeit.

Ganz grundlos


werde ich Dir heute die Wahrheit sagen. Vor aller Welt. Das wäre Dein Ende. Es ist nämlich nicht meine Wahrheit, sondern Deine Wahrhaftigkeit. Und das macht es so reizvoll, meine Finger jucken. Und natürlich werde ich Dich dabei siezen, wie es sich einer Sklaventreiberin gegenüber ziemt, in formvollendeter Contenance.
Heute ist Dein Aschermittwoch und ich bin Dein schwarzer Engel.


Leider kann ich auf die Brötchen nicht verzichten, insofern muss ich es irgendwie hinbekommen, in den nächsten sieben Stunden ein freundliches Gesicht zu machen.
Ich brauche eine Maske.
Karneval ist doch vorbei oder? Jemand eine über?

Kann nicht jemand heute für mich scheinen?

I've been hanging from a rope of mediocrity
Strung up by
my insecurities


14 / 02 / 07

Kirschsaft


Pauschalisierend gesagt sind Arzthelferinnen die Groupies unter den Arbeitnehmerinnen.
Ziehe einen weißen Kittel an und schon gibt's ein Mon Chéri.
Widerliches Zeugs.
Gesten aus dem Mittelalter der Sexualisationspraxis.

Ich sollte vielleicht Medizin studieren.


new model army - white coats (aus der Abteilung Erinnerungswochen)

04 / 01 / 07

"Sind die echt?"


Und Dr. Dick ist auch mal wieder in Höchstform. Kleiner Tipp: Silikon gibts im "Atelier", Sie wissen schon wo. Fragen Sie doch mal nach, wegen der Hitzebständigkeit, wenn es Sie so drängt.

Eine Frage noch: Ist Ihr runder Bauch "echt"?

Insomniac


Vorsätze keine. Den ersten, den ich nicht habe, schon nicht eingehalten: früher ins Bett gehen. Kollegin fragt, ob ich nichts zu tun habe, als ich für sie beim Rauchen nur ein Gähnen übrig habe. Dochdoch, sage ich, genug zu tun und wir alle lachen und alles ist wieder gut. Öhh. Zur Arbeit zu gehen ist mir seltener schwer gefallen als heute. Schlaf findet nicht statt. Am Morgen im Halbschlaf träume ich von 2 Frauengenerationen, die sich in meiner Gegenwart am Essenstisch nicht einigen können, ob ich ein Psychopath oder nicht sei. Und im nächsten Schlaf schaue ich vielleicht ein paar Bären beim Jagen zu.

Radiobed - Insomniac


radiohead - hunting bears

♪ jewel cases ♪



Sonic Youth
Sonic Nurse



Tim Hecker
Radio Amor


Throwing Muses
The Real Ramona


Sonic Youth
Dirty

°

Trost ist glücklicherweise...
Trost ist glücklicherweise auch nicht angebracht....
pollon - Februar 29, 00:58
Willkommen im Club!
Ich kenne diese Zustände nur zu gut! Tröstliches...
Randolph Carter - Februar 29, 00:36
Und deshalb eben besser...
Und deshalb eben besser nicht... Es gibt immer auch...
FrauH. (anonym) - Februar 24, 13:42
Ja, den Sampler habe...
Ja, den Sampler habe ich auch vermutet, nicht alles...
pollon - Februar 20, 21:58
neben dem keyboard
fehlte es (zumindest in Hamburg) auch an Dynamik. Vieles...
klar.text - Februar 20, 14:57
Eben las ich in der Schnelle:...
Eben las ich in der Schnelle: deine arme vernunft....
pollon - Januar 19, 19:02
he, pollon, hast du schon...
he, pollon, hast du schon deine arme verkauft um deine...
lauesblaues (anonym) - Januar 3, 20:16

?

pollon_@gmx.net


...
building buildings
everything in its right place
forget everything and remember
gehen
gekramt
girl boy
Johnny Swallow
nothing
offbeat
rumgedinge
speed of sound
streets
the village
time, it's time
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