Wiki und die starken Männer ( I ) Daniel Ortega
Noch jemand da, der sich an Wickie erinnert? In meinem Leben als kleiner Junge gehörte "Wickie und die starken Männer" zu den wenigen mir gestatteten Fernsehereignissen, und dieses vermittelte mir bis heute einen der größten Irrtümer meines Lebens: Wickie ist ein Mädchen. Das dachte ich damals, weshalb ich auch keinem meiner toughen Kumpels von Wickie erzählte, denn in der Antimädchenphase schickt es sich für einen Jungen nicht, einer weiblichen Heldin zu huldigen. So blieb ich über die Jahre heimlich vernarrt in Wickie und konnte "sie" mit den strähnigen wohl rotbraunen Haaren irgendwie nie ganz vergessen, bis ich ihr jüngst bei Wikipedia hinterherstalkte. Wickie ist ein Junge. Natürlich. Diese Erkenntnis trifft mich auch nicht sonderlich, doch frage ich mich, warum ich sie für ein Mädchen gehalten habe. Natürlich: Der Rock. Somit konnte Wickie in den Augen eines ganz normal deutschkonservativ sozialisierten Jungen kein Junge gewesen sein, Wickie war definitiv ein Mädchen. Ob die anderen auch so dachten, wusste ich nicht, ich sprach nicht über meinen Schwarm, die Sache war top secret.
Sandinista!
Einem anderen meiner lang gehegten Mythen spüre ich ebenfalls mit Wikis Hilfe nach: Daniel Ortega ist cool. In den 80ern, während der zermürbenden Ausandersetzungen zwischen Sandinisten und Contras, flimmerte mir in den Nachrichten regelmäßig das Bild des nicaraguanischen Rgeierungschefs Daniel Ortega entgegen. Ortega hatte lockiges längeres dunkles Haar und eine phantastische abgetönte Brille, die ihm so gut stand, dass ich ihn als heimliche Stilikone erklärte. Ich hatte keine Ahnung, worum es den Sandinisten und den Contras ging, stellte mich aber intuitiv auf die Seite Ortegas, der es außerdem mit Ronald Reagan zu tun bekam, der ja nun wirklich kein Guter gewesen ist und zudem noch ziemlich scheiße aussah. Wie die kleine Wickie bekam auch Ortega einen Platz in meiner Ikonensammlung, der später durch das Album Sandinista! von The Clash noch zementiert wurde. Ganz klar, Daniel Ortega muss eine coole Sau sein, wenn seinen revolutionären Jungs sogar eine Platte von den ollen Clash gewidmet wird, Ortega der wahre, der eigentliche Ché.

Ortega trug nicht nur eine coole Brille, er trug auch die Regierungsverantwortung für einen Staat, dessen wirtschaftliche Entwicklung seitens der USA massiv blockiert und bewusst verhindert worden ist. Die USA setzten die von ihnen ausgebildeten Contras bewusst ein, um eine Entwicklung Nicaraguas zu einem Staat vermeintlich kommunistischer Färbung zu verhindern und die Bevölkerung gegen die Sandinisten aufzubringen, was am Ende nach fast einem Jahrzehnt bürgerkriegsartiger Zustände auch gelang. Ohne Zweifel, die Contra-Kriege haben Nicaragua katastrophal zuigesetzt - doch wie es oft mit Mythen ist: selbst die gepflegteste Gallionsfigur bekommt Risse. Auch unter den Sandinisten lief nicht alles nach menschenrechtlichen Standards ab, wie hier nachzulesen ist und Ortega selbst hat sich anscheinend eine Sache geleistet, die ihn für mich zur persona non grata macht.
Die Beschäftigung mit Daniel Ortega führte mich am Ende über international operierende Streetgangs bis zur frühgermanischen Linguistik, doch darüber ein nächstes Mal.
Sandinista!
Einem anderen meiner lang gehegten Mythen spüre ich ebenfalls mit Wikis Hilfe nach: Daniel Ortega ist cool. In den 80ern, während der zermürbenden Ausandersetzungen zwischen Sandinisten und Contras, flimmerte mir in den Nachrichten regelmäßig das Bild des nicaraguanischen Rgeierungschefs Daniel Ortega entgegen. Ortega hatte lockiges längeres dunkles Haar und eine phantastische abgetönte Brille, die ihm so gut stand, dass ich ihn als heimliche Stilikone erklärte. Ich hatte keine Ahnung, worum es den Sandinisten und den Contras ging, stellte mich aber intuitiv auf die Seite Ortegas, der es außerdem mit Ronald Reagan zu tun bekam, der ja nun wirklich kein Guter gewesen ist und zudem noch ziemlich scheiße aussah. Wie die kleine Wickie bekam auch Ortega einen Platz in meiner Ikonensammlung, der später durch das Album Sandinista! von The Clash noch zementiert wurde. Ganz klar, Daniel Ortega muss eine coole Sau sein, wenn seinen revolutionären Jungs sogar eine Platte von den ollen Clash gewidmet wird, Ortega der wahre, der eigentliche Ché.

Ortega trug nicht nur eine coole Brille, er trug auch die Regierungsverantwortung für einen Staat, dessen wirtschaftliche Entwicklung seitens der USA massiv blockiert und bewusst verhindert worden ist. Die USA setzten die von ihnen ausgebildeten Contras bewusst ein, um eine Entwicklung Nicaraguas zu einem Staat vermeintlich kommunistischer Färbung zu verhindern und die Bevölkerung gegen die Sandinisten aufzubringen, was am Ende nach fast einem Jahrzehnt bürgerkriegsartiger Zustände auch gelang. Ohne Zweifel, die Contra-Kriege haben Nicaragua katastrophal zuigesetzt - doch wie es oft mit Mythen ist: selbst die gepflegteste Gallionsfigur bekommt Risse. Auch unter den Sandinisten lief nicht alles nach menschenrechtlichen Standards ab, wie hier nachzulesen ist und Ortega selbst hat sich anscheinend eine Sache geleistet, die ihn für mich zur persona non grata macht.
Die Beschäftigung mit Daniel Ortega führte mich am Ende über international operierende Streetgangs bis zur frühgermanischen Linguistik, doch darüber ein nächstes Mal.
pollon - September 29, 23:40






