Deshalb gehen wir zu the cure

Was kann man über ein Konzert schreiben, dass normal war. Gestern war ich bei the cure. Sie spielten alles, was von ihnen erwartet wurde, bis auf torture, all i want und object, bis auf faith, fascination street - und sogar shake dog shake war nicht im Aufgebot.
3 Stunden Perfektion, nur leider fehlte das Keyboard und es fehlte an Intimität. Die ausverkaufte Halle zu groß und eher massive attack-tauglich als cure-genehm, alles, was das Geheimnis ihrer Musik ausmacht, das dunkle, das, was ihre Musik depressiv erscheinen lässt und das leuchtende, das nach Hoffnung klingt, das ihr Schönheit verleiht, hatte hier nichts verloren und wurde von der Weite einer zu modernen Radsporthalle verschluckt.

Es gibt bei Konzerten Dinge, die mich aggressiv machen. Ganz oben: gutgelaunte Frohnaturen, die mit rudernden Armen zu love cats hüpfen. Ich mochte love cats noch nie, love cats weckt alle schlimmen Assoziationen an die heimische Dorfdisco aus einem anderen Leben, weckt Erinnerungen an Cola-Korn und zur Schau getragenen Ausdruckstanz, an selbstgebastelten Fimo-Schmuck auch. Sicher tue ich ihnen Unrecht, es lag nicht an ihnen, dass sich zwischen den schönen Momenten dieses Konzertes Langeweile einschlich. (Und doch haben sie mich genervt, die Frohnaturen, elende, verschwindet.)

Die schönen Momente... the cure sind vielleicht vor allem eine Band für Menschen, die zu Nostalgie neigen, die bei pictures of you und lovesong an längst vergangene Berührungen und Augenblicke vergangener Lieben denken, auch Momente aus einem anderen Leben. Die bei primary und the walk wieder bekifft im Auto durch die nächtliche Ödnis der heimatlichen Dorflandschaften fahren und a forest wieder für den größten Hit aller Zeiten halten. Again and again and again and again...
Deshalb gehen wir zu the cure.
(Und weil es dann doch diesen einen überraschenden Moment gibt: the kiss. Wild, zuckend, manisch, roh, intim, schön.)
klar.text - Februar 20, 14:57

neben dem keyboard

fehlte es (zumindest in Hamburg) auch an Dynamik. Vieles klang schleppend, ganz so als müsste man sich an die Tempovorgabe des Samplers halten, der hin und wieder zum Einsatz kam.


...there's nothing left but faith

pollon - Februar 20, 21:58

Ja, den Sampler habe ich auch vermutet, nicht alles von den Keyboardparts kann mit der Gitarre nachgespielt werden. Der Sound war einfach zu dünn.
FrauH. (anonym) - Februar 24, 13:42

Und deshalb eben besser nicht... Es gibt immer auch Neues, im Kleinen.

♪ jewel cases ♪



Sonic Youth
Sonic Nurse



Tim Hecker
Radio Amor


Throwing Muses
The Real Ramona


Sonic Youth
Dirty

°

Trost ist glücklicherweise...
Trost ist glücklicherweise auch nicht angebracht....
pollon - Februar 29, 00:58
Willkommen im Club!
Ich kenne diese Zustände nur zu gut! Tröstliches...
Randolph Carter - Februar 29, 00:36
Und deshalb eben besser...
Und deshalb eben besser nicht... Es gibt immer auch...
FrauH. (anonym) - Februar 24, 13:42
Ja, den Sampler habe...
Ja, den Sampler habe ich auch vermutet, nicht alles...
pollon - Februar 20, 21:58
neben dem keyboard
fehlte es (zumindest in Hamburg) auch an Dynamik. Vieles...
klar.text - Februar 20, 14:57
Eben las ich in der Schnelle:...
Eben las ich in der Schnelle: deine arme vernunft....
pollon - Januar 19, 19:02
he, pollon, hast du schon...
he, pollon, hast du schon deine arme verkauft um deine...
lauesblaues (anonym) - Januar 3, 20:16

?

pollon_@gmx.net


...
building buildings
everything in its right place
forget everything and remember
gehen
gekramt
girl boy
Johnny Swallow
nothing
offbeat
rumgedinge
speed of sound
streets
the village
time, it's time
unter tage
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