28 / 04 / 16

ex terms

Vielleicht Irland, nächstes Jahr. Es ist immerhin 13 und 15 und 17 Jahre her. Nein, um 10 jahre verrechnet. Sicher ist, und das kann ich mir selbst an Hand von unzähligen Lichtbildern beweisen, dass ich drei mal in Irland gewesen bin. Auf den 27 jahre alten Bildern sehe ich mich mit so einer John Lennon-Brille, diese runden, die Neunzehnhundertneunundachtzig oder so sehr beliebt waren. Gekauft für zwei oder drei irische Pfund, ohne UV-Filter, dafür mit lila Gläsern. Dazu dunkelbraunes Haar und so etwas wie Bart. Meine abgetretenen Nike Basketballschuhe und schwarze Jeans und, jaja, Seidenschal. Ich erröte, als ich mich vor mir sehe. Auf den 25 Jahre alten Bildern hängen mir die Haare bis in den Rücken. Ich muss sagen, dass ich sie manchmal vermisse, es hat sich gut angefühlt sie um die eigenen Finger zu wickeln und mich dabei wegzuträumen ins irgendwo und irgendwann. Seidenschal ist auch wieder dabei, klaro, dieses Mal nicht schwarz, sondern naja, lassen wir das. Die Bilder von vor 23 Jahren schmerzen ein bisschen. Die Erinnerung an Streit und Sex liegt auf ihnen, Streit wegen nichts, Sex im nichts. Beides bis zur Erschöpfung im nackten nassen Gras bei Killarney und in der feuchten Badewanne im Hostel von Galway.

Ob es wunderbar oder enttäuschend ist die Plätze der Vergangenheit noch einmal aufzusuchen, wer weiß das schon. Vielleicht wird es weh tun den Geschmack der unzähligen Gläser Smithwicks wieder zu schmecken und durch die Straßen von Maynooth zu gehen, auf dem Fahrrad ein zweites Mal durch die aufregend bestürzende einsame Schönheit Connemaras zu fahren. Vielleicht sollte ich mir das nicht antun und vielleicht ist es a sort of homecoming.

Der Tag, an dem U2 die zooropa herausbrachten, nahezu alle Plattenläden Dublins waren voll mit dirty day und daddy's gonna pay for your crashed car. Der Tag, an dem ich nach Streit und Sex alleine durch Galway spazierte und in einer Ladenpassage aus einer niedlichen Boutique ohne niedliche Kundschaft exterminate von Snap säuselte und beschloss von mir gemocht zu werden, bis heute.

Ich finde den Weg nicht mehr, die Erinnerungen werden zu Gefühlen und die Worte sparen sich auf und erwarten mich im Sand von Inishboffin, da wo der Esel die Butter vom Zelt leckte, wie auch immer sie dahin gekommen war. Oder sie ruhen dicht und warm umeinander geschlungen in der Erde dieses Hügels bei Bray, auf die ich mein Ohr legte und die Stimmen von tausend Jahren zu hören meinte.

Ich glaube, es wäre ganz schön, mal wieder da zu sein.

Status

Online seit 3981 Tagen
Zuletzt aktualisiert: April 21, 03:15

...
building buildings
everything in its right place
forget everything and remember
girl boy
nothing
offbeat
speed of sound
streets
the village
time, it's time
unter tage
visualities
wörter
z
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren