Echos
(Sonntag, vor zwei Tagen)
Mir schräg gegenüber sitzt einer, den sie Pferd nennen. Zwischen dem roten Halstauch, das sein langes weißes Haar bündelt und dem roten Karohemd treiben zwei blaue Augen, die von alten Träumen, Begierden und Enttäuschungen erzählen, von denen jede einzelne einem der Jahresringe seines Gesichtes zu gehören scheint.
Das Leben hinterlässt seine Spuren in Gesichtern und in Augen. Und auch das Leid. Von dem ich nie erfahren werde, zu welcher Sorte Leid dieses gehört, das mir als Echo in den blauen Augen eines Unbekannten begegnet.
Und wenn es nur die Sehnsucht nach etwas Unerfülltem ist, die mir vorher in der Straßenbahn begegnet, als ich Locken und roten Schal streife, die nicht der Stimme gehören, deren Gespanntheit mich über Tage noch ein Echo des Unausgesprochenen hören lässt.
Später vor dem Krankenhaus, das ebenso gut der Hauptsitz einer Versicherungsgesellschaft sein könnte, frage ich mich, was ich tun werde, wenn mein Vater mich nicht erkennt oder im finsteren Tal wandert. Und treffe auf einen Mann, der leben möchte und dessen Lebenswille ihn nicht aufhören lässt zu reden und mir damit einen Wunsch erfüllt.
Wieviel Zeit uns dafür noch bleibt, ist nicht mehr wichtig. Wichtig sind die Augenblicke, die wir noch miteinander verbringen werden, und das wissen wir beide ohne es auszusprechen. Alles andere liegt nicht in unseren Händen, die ein so großes Wort wie Sinn doch niemals greifen können.
Gewöhnen wir uns daran und überlegen wir uns, was wir wollen und fragen nicht mehr nach dem Sinn.
Mir gegenüber sitzt ein Mann, der gehen kann, dem noch ein bisschen Zeit bleibt, weil er es will.
Mir schräg gegenüber sitzt einer, den sie Pferd nennen. Zwischen dem roten Halstauch, das sein langes weißes Haar bündelt und dem roten Karohemd treiben zwei blaue Augen, die von alten Träumen, Begierden und Enttäuschungen erzählen, von denen jede einzelne einem der Jahresringe seines Gesichtes zu gehören scheint.
Das Leben hinterlässt seine Spuren in Gesichtern und in Augen. Und auch das Leid. Von dem ich nie erfahren werde, zu welcher Sorte Leid dieses gehört, das mir als Echo in den blauen Augen eines Unbekannten begegnet.
Und wenn es nur die Sehnsucht nach etwas Unerfülltem ist, die mir vorher in der Straßenbahn begegnet, als ich Locken und roten Schal streife, die nicht der Stimme gehören, deren Gespanntheit mich über Tage noch ein Echo des Unausgesprochenen hören lässt.
Später vor dem Krankenhaus, das ebenso gut der Hauptsitz einer Versicherungsgesellschaft sein könnte, frage ich mich, was ich tun werde, wenn mein Vater mich nicht erkennt oder im finsteren Tal wandert. Und treffe auf einen Mann, der leben möchte und dessen Lebenswille ihn nicht aufhören lässt zu reden und mir damit einen Wunsch erfüllt.
Wieviel Zeit uns dafür noch bleibt, ist nicht mehr wichtig. Wichtig sind die Augenblicke, die wir noch miteinander verbringen werden, und das wissen wir beide ohne es auszusprechen. Alles andere liegt nicht in unseren Händen, die ein so großes Wort wie Sinn doch niemals greifen können.
Gewöhnen wir uns daran und überlegen wir uns, was wir wollen und fragen nicht mehr nach dem Sinn.
Mir gegenüber sitzt ein Mann, der gehen kann, dem noch ein bisschen Zeit bleibt, weil er es will.
pollon - November 28, 19:19






