18 / 09 / 06

Und am Ende sogar noch eine Moral

Bin eben fast gestorben, kein morbider Scherz. Diese Niederflurstraßenbahnen sind inzwischen derart tückisch in ihrer Lautlosigkeit, dass ich sie in durch laue Spätsommerabendluft begünstigter Verträumtheit nicht bemerke. Ich dachte gerade über eine Songzeile von Sonic Youth nach, in der Thurston Moore so schön angekotzt die Worte fucked up in Cleveland von sich gibt und ersetzte Cleveland erst durch Lichterfelde-Süd, wo man um diese Uhrzeit wahrscheinlich wirklich upgefucked ist, dann durch Steglitz, was lautmalerisch nicht ohne Reiz ist. Fucked up in Shteaklits - herrlich.
Ich kaute noch auf dem Shteak herum, als das Klingeln der Warnbimmel der Straßenbahn mich die Augen erheben ließ und mich unmissverständlich über mein in Kürze bevorstehendes Ableben informierte. Gut, dass sie nicht defekt war, es hätte eine ekelhafte Szene gegeben, so eine wie in Frozen Land , den ich mir gestern angeschaut habe, in der die sinnesgeschwächte Polizistin sich auf den Gleisen verfängt. Guter Film, erinnert an L.A. Crash, kommt aber ohne den Schmuck einer amerikanischen Großproduktion aus. Wohlbehalten sitze ich nun am Tisch und schmunzele belustigt über die Geste des Straßenbahnfahrers, die mich eindeutig der Idiotie bezichtigte und stelle fest, dass ich diese Geste in Gedanken tagtäglich auf so manchen vermeintlichen Idioten anwende.

fluchtsucht

verflucht, wer die flucht in der sucht sucht.

(Wortspielerei aus einem Lied der Bremer Hip-Hopper Zentrifugal)

Mit Flüchen hab ich's nicht, mit Süchten schon.

And I'm feeling good

So, die zweite Woche Urlaub steht an. Nachdem ich die erste Woche den Müßiggang über mein Leben regieren lassen habe, was mir einen Kurztrip ins Land der Schwermut eingebracht hat, fühle ich mich angenehm entspannt und ausgeruht.
Die Bewerbungsfrist für die HdK ist immer noch nicht bekannt, ich frage mich, ob Sound Studies überhaupt noch einmal angeboten wird. Also telefonieren, keiner nimmt ab. Man ist wohl noch im Ulaub.
Trotzdem, habe genügend Zeit, um Material zu sammeln und zu sichten. Das Konzept für die Mappe steht ungefähr, zumindest in meinem Kopf. Was noch nicht steht, ist eine Strukturierung des vorhandenen Materials: ein Berg an Fragmenten (Soundsamples, Filmchen, Texten) wartet auf Begehung.

Erst mal einen Kaffee trinken und Muse hören.

It's a new dawn its a new day it's a new life for me
And I'm feeling good

♪ jewel cases ♪




Sonic Youth
Sonic Nurse



Tim Hecker
Radio Amor


Throwing Muses
The Real Ramona


Sonic Youth
Dirty

°

und auf ihrer seite
ein mehr als blinder schiedsrichter, gegen Ö genauso...
weirdsista - Juni 21, 17:49
pogrome 2.0
pogrome 2.0
Nilla - Juni 9, 13:19
Trost ist glücklicherweise...
Trost ist glücklicherweise auch nicht angebracht....
pollon - Februar 29, 00:58
Willkommen im Club!
Ich kenne diese Zustände nur zu gut! Tröstliches...
Randolph Carter - Februar 29, 00:36
Und deshalb eben besser...
Und deshalb eben besser nicht... Es gibt immer auch...
FrauH. (anonym) - Februar 24, 13:42
Ja, den Sampler habe...
Ja, den Sampler habe ich auch vermutet, nicht alles...
pollon - Februar 20, 21:58
neben dem keyboard
fehlte es (zumindest in Hamburg) auch an Dynamik. Vieles...
klar.text - Februar 20, 14:57

?

pollon_@gmx.net


...
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